In der österreichischen Bundesliga hat Sturm Graz gestern mit einem eindrucksvollen 5:2-Auswärtssieg bei Austria Wien ein klares Zeichen gesetzt. Im Topspiel der Runde zeigte der Meister aus Graz vor allem in den entscheidenden Momenten enorme Effizienz und nutzte die Schwächen der Wiener konsequent aus. In der Generali Arena begann die Austria zwar mit einem Traumstart, am Ende aber stand für die Hausherren eine bittere Niederlage auf der Anzeigetafel.
Austria Wien erwischte den perfekten Auftakt und ging bereits in der 1. Minute durch Schablas mit 1:0 in Führung. Die Wiener wollten den Schwung sofort mitnehmen, doch Sturm Graz antwortete schnell. Nur wenige Minuten später gelang Rózga der Ausgleich, womit die Partie früh wieder völlig offen war. In einer intensiven ersten Hälfte entwickelte sich ein Spiel mit hohem Tempo, vielen Umschaltsituationen und deutlich sichtbarer Offensivgefahr auf beiden Seiten.
Die entscheidende Phase leitete Sturm kurz vor der Pause ein. Kiteishvili stellte mit seinem Treffer auf 2:1 und sorgte damit für einen psychologisch ganz wichtigen Moment zugunsten der Gäste. Nach Seitenwechsel verlor Austria Wien dann zunehmend die Kontrolle über die Partie. Besonders einschneidend war die Szene rund um den Ausschluss in der 55. Minute, der das Spiel endgültig in Richtung Sturm kippen ließ.
Kiteishvili verwertete den fälligen Elfmeter zum 3:1 und wurde damit endgültig zur prägenden Figur des Abends. Danach legte Sturm weiter nach: Fosso erhöhte, ehe ein Eigentor von Dragovic die Partie praktisch entschied. Der Treffer von Manfred Fischer in der Schlussphase konnte das Ergebnis nur noch kosmetisch verbessern. Unterm Strich stand ein 5:2, das die Kräfteverhältnisse an diesem Abend deutlich widerspiegelte.
Aus Sicht von Austria Wien war es eine Niederlage, die gleich mehrere Probleme offenlegte. Offensiv hatte die Mannschaft zwar ihre Momente und kam durchaus zu gefährlichen Szenen, defensiv aber wirkte sie in entscheidenden Situationen zu anfällig, zu offen und nicht konsequent genug. Gerade gegen eine Mannschaft wie Sturm Graz werden solche Fehler auf diesem Niveau sofort bestraft.
Sturm hingegen präsentierte sich abgeklärt, zielstrebig und vor dem Tor eiskalt. Auch wenn nicht jede Phase des Spiels perfekt war, zeigte die Mannschaft einmal mehr, warum sie in Österreich weiterhin zu den absoluten Maßstäben zählt. Vor allem die Art und Weise, wie Sturm nach dem frühen Rückstand reagierte, war ein klares Signal im Titelrennen.
Für Austria Wien bleibt nach diesem Abend viel Aufarbeitungsbedarf. Der frühe Führungstreffer, die eigene Kulisse und der gute Beginn hätten eigentlich eine andere Richtung vorgeben können. Stattdessen kippte das Spiel nach und nach weg, ehe es in der zweiten Hälfte endgültig außer Kontrolle geriet. Sturm Graz nimmt dagegen nicht nur drei Punkte, sondern auch eine Menge Selbstvertrauen aus Wien mit.
Bericht / Barış Öztürk
Foto / Yiğit Örme